Die Dänen haben´s einfach drauf...
Hallo Leute!
Kaum verlässt man die angestammten Pfade und schreibt mal nicht übers Angeln, beschweren sich alle ;) So, nun aber genug geredet, in meinem heutigen Bericht schreibe ich mal was über einen echten Klassiker unter den Ködern an der Küste, den berühmten dänischen Küstenwobbler der Firma „Gladsax“. Bekannt geworden sind diese Wobbler in Deutschland vor allem durch die Verdienste von Männern wie Jens Plough Hansen, einem berühmten dänischen Meerforellenangler, der unter anderem für die größte Angelzeitschrift Europas, den „Blinker“ geschrieben hat. Leider ist er inzwischen verstorben. Diese Wobbler haben sich in den letzten Jahren zu einem echten Kracher auch an unseren Stränden entwickelt, weswegen es dann auch allerhöchste Zeit wird, dass man Ihnen mal einen Bericht widmet.
@@@@@ Optik @@@@@
Von der Form her gibt es bei den Gladsax Wobblern zwar unterschiedliche Modelle, für das nicht geübte Auge sind die Unterschiede allerdings nur schwer zu erkennen – das eine Modell hat einen etwas größeren Bauch (soll angeblich bei den Menschen auch vorkommen ;)) oder eine etwas größere Krümmung, aber sonst sehen sie alle relativ gleich aus. Die Wobbler sind allesamt handgefertigt und aus Balsaholz, oder zum Teil auch aus einem Polymerersatz geschnitzt. Sie sind länglich und wiegen zwischen 12 und 60 Gramm. Was die Lackierungen angeht, sind dem individuellen Geschmack des Anglers keine Grenzen gesetzt, denn alle nur erdenklichen Farbkombinationen sind erhältlich. Am gängigsten sind allerdings die Farben rot und silber, sowie grün und blau. Die Gladsax Wobbler sollen je nach Form, Farbe und Gewicht unterschiedliche Fische imitieren, haben also demnach auch eine Vorder- und eine Hinterseite. An der Vorderseite befindet sich eine Schlaufe, die in den Wobbler eingearbeitet ist. In diese Schlaufe hängt man den Wirbel der Hauptschnur ein. Am hinteren Ende sind die Wobbler mit messerscharfen Drillingen ausgestattet, die zwar toll verarbeitet sind, aber nach zwei, drei Angeltrips anfangen zu rosten und stumpf zu werden. Ich wechsle sie dann meist gegen rote VMC-Drillinge aus, denn die sind einfach unschlagbar, wenn es darum geht, im Meereseinsatz sehr lange scharf zu bleiben. (wie das klingt ;))
@@@@@ Benutzung @@@@@
Der Wobbler eigent sich natürlich nicht nur zum Fang von Meerforellen, denn schließlich sind auch Dorsche und gelegentlich ein Hornhecht durchaus an so einem leckeren Beutefisch interessiert. Allerdings muss die Größe natürlich stimmen, denn in einen zarten Hornhechtschnabel passt maximal der 20 Gramm Wobbler, größere Modelle erzeugen nur Fehlbisse.
Eine besonders herausragende Eigenschaft der Gladsax-Wobbler sind die Flugeigenschaften. Mit meiner Meerforellenrute und einer 15er geflochtenen sind Würfe um die 70, 80 Meter überhaupt kein Problem. Der Köder kann dann in allen Tiefen gefischt werden, bedenken muss man allerdings, dass diese Spitzenköder sehr schnell zum Grund sinken und daher ein rasches Einkurbeln meist angebracht ist, denn sonst bleibt man schnell mal in einem Stein oder einer Muschelkante hängen. Je nach Form hat der Wobbler dabei unterschiedliche Laufeigenschaften, er taumelt etwas mehr, wenn der Bausch breiter ist und wenn er sehr schlank und länglich ist, dann huscht er durchs Wasser – ebenso wie der Sandaal, den er imitieren soll.
Ich habe mit dem Gladsax-Wobbler sehr gute Erfolge vor allem auf Dorsche erzielt, denn die scheinen sich besonders in die schmalen Flitzer verguckt zu haben. Meist fische ich in der Dämmerung direkt am Übergang zum tiefen Wasser mit einem rötlichen Modell, was sich dann sehr gut gegen den dunklen Untergrund abhebt, wenn dann aber die Nacht hereinbricht, sollte man auf dunkle, am besten schwarze Modelle wechseln, denn diese Farbe hebt sich am besten gegen den Mond ab und die Fische gucken nun mal von unten, weil sie meist direkt am Grund stehen.
@@@@@ Bezugsquelle und Preis @@@@@
Die Gladsax Küstenwobbler bekommt man eigentlich in jedem gut sortierten Angelfachgeschäft. Der Preis ist allerdings ganz anständig, je nach Modell muss man zwischen 4,50 und 9 Euro über die Ladentheke reichen.
In diesem Sinne wünsche ich euch einen erfolgreichen Fischzug! ;)
Liebe Grüße
Hauke