Sakuma Stinger 560

Hallo Leute!

Auf vielfachen Wunsch werde ich euch in nächster Zeit mal wieder etwas tiefer in die Welt es Angelsports entführen. Für den heutigen Bericht habe ich mir ein Produkt aus England ausgesucht. England, das wissen wahrscheinlich die wenigsten gilt als das Mutterland des Meeres- dabei besonders des Brandungsangelns. Erst vor gut 30 Jahren schwappte die Welle zu uns herüber und das Brandungsangeln etablierte sich auch hierzulande als beliebtes Hobby. England ist aber auch heute noch DIE führende Nation wenn es um qualitativ höchstwertige Angelgerät zum Meeresangeln oder um neue Produktentwicklungen geht. Besonders die vielen kleinen Manufakturen die es "auf der Insel" gibt machen den hohen Qualitätsstandart des englischen Angelgerätes aus. So, das reicht nun aber auch an Hintergrundwissen, starten wir also nun in den Bericht über die "Sakuma Stinger 560".

@@@@@ Wer ist Sakuma? @@@@@
"Sakuma" ist eine Untermarke der weltweit agierenden "Swift Limited". Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss aus Manufaktur und Handelsfirma, die unter einem Dach nun sowohl ihre Produkte vertreibt wie auch als für viele zugekaufte Waren ihren Namen hergibt. In Deutschland sind so gut wie keine Produkte der Firma "Swift" erhältlich, in England spielt diese Firma aber eine absolut große Rolle in der Meeresanglerszene, denn wahnsinnig viele tolle Produkte (nicht nur das hier beschriebene) stammen von "Swift".

@@@@@ Optik @@@@@
Die Haken werden in einem kleinen Plastikbriefchen verkauft. In dem flachen 6x5 Zentimeter großen Briefchen drängen sich 10 Haken, in meinem Fall der Größe 1. Aber auch die Größen 6-2/0 sind selbstverständlich erhältlich. Ein gelbes Papier inmitten des Heftes trägt die wichtigen Angaben zu den Haken, wie zum Beispiel die Produktnummer "560" oder auch den Produktnamen "Stinger". Bei den Haken selber handelt es sich um schwarze sog. "Aberdeen-Haken". Also "Aberdeen-Haken" bezeichnet man langschenklige, zumeist sehr dünndrahtige Haken, deren Hakenschenkel in der Regel mehr als 3 mal so lang ist wie der Abstand zwischen Hakenspitze und Schenkel. Die Hakenspitze ist gerade ausgerichtet.

@@@@@ Anwendungsgebiet @@@@@
"Aberdeen-Haken" werden meist zum Fang von Plattfischen und Dorschen in Küstennähe eingesetzt. Die Dünndrahtigkeit und der lange Schaft machen den Haken für Plattfische ideal schluckbar und auch bei kleineren Dorschen stellen sich keinerlei Probleme ein. Werden die Dorsche aber größer, in der Brandung reden wir nun über Größen >70cm, dann offenbart sich die einzige Schwachstelle der Haken, nämlich dass sie bei zu großer Belastung verbiegen können. Die Betonung liegt hier aber auf "Können", denn es sei gesagt dass dies höchst selten vorkommt. Genau das ist auch der Grund warum wir aus dem Nationalkader eigentlich alle Aberdeen-Haken fischen, sowohl auf Turnieren, wie auch in der Freizeit. Die genannten Vorzüge sind einfach viel zu groß um sie aufzugeben.

@@@@@ Die Sakuma - erster Eindruck @@@@@
Also was mich bei einem Haken immer sehr interessiert ist der erste Eindruck den ich habe. Diesen kann ich aber nur gewinnen wenn ich einen Haken auch wirklich in die Hand nehme und genau unter die Lupe nehme. So ist für mich zum Beispiel sehr wichtig, ob das Metall irgendwelche Unregelmäßigkeiten aufweist - beim Sakuma ist dies aber traumhaft. Auch muss ein guter Aberdeen-Haken flexibel aber nicht zu weich im Metall sein - auch das ist der Sakuma. Dann ist auch ganz wichtig dass das Hakenöhr nicht zu groß ausfällt und dass es auf jeden Fall komplett geschlossen ist. Auch das ist bei dem Sakuma aber 100%ig der Fall. Und zu guter letzt kommt der Härtetest für jeden Angelhaken: die Nagelprobe. Dabei wird der Haken mit der Spitze auf einen Fingernagel gesetzt und dann ganz leicht gezogen. Ist der Haken nun stumpf rutscht er ab, ist er scharf, dann rutscht er so gut wie nicht und ist er ultrascharf dann rutsch er überhaupt nicht. Und genau das ist bei dem Sakuma der Fall. Ich könnte wirklich stundenlang immer nur den Haken auf meinen Daumennagel aufsetzen und wäre immer wieder aufs neue fasziniert. Einen so spitzen und geschärften Haken habe ich in meiner anglerischen Laufbahn, und das sind wirklich schon ein paar Jährchen, noch nicht gesehen - die von der Insel wissen halt wie man gute Angelsachen herstellt.

@@@@@ Die Sakuma - hart am Fisch @@@@@
Tja, was hilft mir eine schöner Teller wenn ich nichts zu essen drauf habe - er macht mich alleine auch nicht satt. So in der Art beschreibt meine Mama es dass der schöne Schein oft nur eine trügerische Fassade ist. Also habe ich den Haken natürlich auch am Wasser auf Herz und Nieren geprüft. Ich habe, quasi als Vertrauensvorschuss, gleich meine ganzen neuen Turniervordächer mit dem Sakuma Stinger gebunden, denn so langsam erkenne ich einen guten Haken auch bevor ich ihn fische...*gg. Im Einsatz waren die Vorfächer dann bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft und noch einem oder zwei anderen Fischen des Nationalkaders. Auch privat habe ich einige Ausflüge mit dem Sakuma gemacht.

Meine Erfahrungen mit dem Haken sind dabei unbeschreiblich - ich bin begeistert. Ich muss ein wenig ausholen um euch näherzubringen wie sich meine Begeisterung im Einzelnen zusammensetzt: Beim Brandungsangeln haben wir ganz oft das Problem dass die Fische extrem scheu beißen, oder teilweise auch nur Nippen. Die schwimmen dann so ein bisschen in der Gegend rum, sind eigentlich pappesatt und spielen einfach nur ein wenig mit dem Köder rum. Gerade größere Tiere machen das extrem gerne. Wenn die dann den Haken so leicht im Maul haben und ein wenig in der Gegend rumschwimmen, dann kommt irgendwann der Punkt wo das Blei (je nach Wind zwischen 100 und 250 Gramm) an gestraffter Schnur zum Fisch liegt. Wenn der Fisch nun Widerstand spürt wird er den Haken einfach fallen lassen und schleunigst das Weite suchen. Es sei denn er kann es nicht! In einem solchen Fall kommt es extrem auf die Schärfe des Hakens an, denn wenn dieser sich so schnell in das Fischmaul bohrt, dass der Fisch den Haken nicht mehr fallen lassen kann, haben wir als Angler gewonnen. Und genau das tut der Sakuma. Ich habe mit dem Sakuma derart viele Bisse in Fische verwandeln können wie ich es mit noch keinem anderen Haken erlebt habe.

Zu den guten Eigenschaften in der anfänglichen Schärfe des Hakens kommt noch dass er extrem lange scharf bleibt, denn auch das ein Punkt der extrem wichtig ist. Wir müssen uns das so vorstellen: Bei einer Hakenspitze bewegen wir uns leicht in Größenordnungen von wenigen hundert Millimetern und wenn der Haken dann immer auf dem Sand des Meeres rumschubbert, dann ist so eine feine Spitze auch schnell mal stumpf. Es sei denn der Hersteller hat eine derart gute Metalllegierung gewählt dass das nicht gar so schnell geht. Bei dem Sakuma ist das eindeutig der Fall. In Fakten ausgedrückt bedeutet das, dass ich den Sakuma auch schon zwei oder drei Abende gefischt habe, alle anderen Haken aber nach einer Angelnacht auf den Müll fliegen.

@@@@@ Fazit @@@@@
Mit dem Sakuma halte ich hier einen echten Knaller in Händen und wer von euch wirklich intensiv am Meeresfischen teilnehmen möchte, der sollte sich diesen Haken mal aus der Nähe anschauen. Die Astreine Verarbeitung, die Schärfe, die Metalleigenschaften, die Haltbarkeit - dieser Haken ist wirklich ein Traum.

@@@@@ Bezug und Preis @@@@@
Den Haken kann man in Deutschland leider nicht bekommen, aber in England kann man ihn leicht bestellen. Ich bestelle immer über Breakaway (http://www.breakaway-tackle.co.uk/) und da kosten 10 Haken gerade mal 1,52 Pfund (etwa 2,20 Euro). Das ist ein Stückpreis von 22 Cent - ein Lacher für einen solchen Haken. Ganz ehrlich: Ich würde auch 50 Cent bezahlen.

Liebe Grüße
Hauke

hinzugefügt: July 7th 2006
Tester: Hauke Pries
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