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Hochmotiviert trafen wir uns am 03.10.2008 in Wustrow auf dem Darß um die neue Brandungsangelsaison zünftig einzuleiten. Wir, das waren Markus, Karsten, Jan, Jens, Stefan und ich. Zum Angeln hatten wir uns den Strand von Wustrow ausgewählt, so mussten wir von unserer Unterkunft aus nur die Rollies zum Strand schieben. Also, ein Angeln der kurzen Wege. Am Strand angekommen empfing uns eine schöne Brise aus Süd-West und eine prima Brandung. |
Leider waren die Plätze weiter oben in der Steilküste schon besetzt bzw. das Wasser am Strand so hoch, dass ein Angeln nicht möglich war. Also verteilten wir uns weiter vorne hin zur Seebrücke. Zelt aufbauen zu zweit war angesagt, es pustete ganz schön. Im Hellen passierte erstmal nicht allzuviel. Natürlich wurde viel geklönt, hatten wir uns doch alle lange nicht gesehen.

Mit einsetzender Dämmerung kamen auch die ersten Bisse und Fische. Manch einer versuchte gleich die ganze Buhne aus dem Wasser zu ziehen, das endete leider mit einem schönen Abriss. Ohne Kralle ging gar nichts an diesem Abend, war die Brandung doch recht heftig und die Abstände der Buhnen recht schmal. Als später am Abend der Wind etwas nachließ, versuchte ich noch 230gr-Blei mal durchtrudeln zu lassen, aber so richtig erfolgreich war das auch nicht.

Wir mühten uns alle redlich, fingen alle unsere(n) Fisch(e), puhlten Kraut und sahen zu, wie das Wasser weglief (das nun auch noch). Und auch wie immer war die Zeit wie im Fluge vergangen. Karsten, Stefan und Markus verabschiedeten sich, mussten sie ja noch nach Stralsund bzw. Rügen. Wir drei anderen blieben noch etwas länger, mussten wir ja nur noch über den Deich.
So, die Saison war eröffnet (Ploppgeräusch) und genau bei diesem resümierten wir über den Abend, so 10 Minuten oder war es eine Stunde?

Der nächste Tag empfing uns mit ebensoviel Wind, er hatte vielleicht etwas mehr nach West gedreht und Regen mitgebracht. Wir überlegten uns wo wir heute Angeln wollten und entschieden uns, nachdem Jens einen Familienausflug nach Ahrenshoop gemacht hatte, für diesen Strand. Hier sind die Buhnen breiter und wir wollten noch schön ein paar Scheiben drehen, was in Ahrenhoop wohl leichter ist als in Wustrow. Genügend Würmer hatten wir ja noch, also Sachen ins Auto und ab dafür! Jens und ich trudelten so gegen 17:00 Uhr am Strand in Ahrenshoop ein und Jan wollte etwas später nachkommen.

Als wir über den Deich kamen, war der Strand schon gut gefüllt mit Anglern und wir mussten noch etwas laufen um zwei freie Buhnen zu finden. Wir postierten uns jeweils in der Mitte einer Buhne. Während ich noch im Aufbaustress war, rief Jens schon von drüben und hielt den ersten Dorsch in den abendlich bedeckten Himmel – gibt´s ja gar nicht, dachte ich, jetzt aber los! Ne Viertelstunde später hatte auch ich den ersten Dorsch, dann war erstmal wieder Ruhe. Ich stellte die Ruten so hoch wie möglich um über die Welle und das Kraut zu kommen, verankerte die Krallen und dann ging es los: Biss, Rute krumm, drehen, Fisch an Land, Abhaken, in den Eimer. Manchmal kam man nur bis zum Drehen und auf einmal war der Fisch weg. Also neue Würmer (hatten wir ja genug) und wieder von vorn.

Inzwischen war auch Jan eingetroffen und die Familie von Jens, insbesondere die Kids betätigten sich als Herolde und flitzten zwischen den Dreibeinen hin und her! „Papa hat schon wieder einen!“ Gibt´s doch gar nicht. Und endlich war es soweit, die erste Scheibe, aber leider war sie so lütt, dass sie mir nach dem Abhaken wieder ins Wasser fiel – naja, aber immerhin. Irgendwann ließ der Wind etwas nach und 200gr ohne Kralle hielten nun auch ganz passabel. Aber die Bisse wurden nun verdammt vorsichtig, doch die Dorsche waren immer noch da. Der Wind und die Wellen drückten von links in die Buhnen und ich versuchte an der rechten Seite noch ein paar Butts zu erreichen, aber Fehlanzeige. Krautpuhlen war angesagt. Zwischendurch mit der linken Rute noch einen Dorsch einkurbeln. Auf der Rechten alles abgerissen, okay. Langeweile kam an diesem Abend nicht auf. Neue Spule drauf und weiter. Nun nahm der Wind wieder etwas zu. Die krallen wieder rangebastelt. Aber selbst der schönste Abend geht einmal zu Ende. Aber ein paar schöne Fische gab´s noch. Ich weiß gar nicht wie spät es war, aber irgendwann sind wir dann doch zurück nach Wustrow gefahren.

Ein Brandungsangeln der Extraklasse und ein perfekter Start in die neue Saison lagen hinter uns. Bei ein paar schönen Ploppgeräuschen ließen wir den Abend ausklingen. Schade nur, dass Stefan sein erstes Brandungsangeln nicht an diesem Abend hatte. Er wäre wahrscheinlich Zeit seines Lebens mit dem Brandungsangelvirus infiziert. Aber vielleicht hatte es ja auch so gereicht und wenn man oft genug geht, erwischt man halt auch mal so einen Abend. Vielleicht sollten wir uns auch öfter mal zum Scheibendrehen verabreden.
Als dann, wir sehen uns am Strand zum Scheibendrehen....