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Das Frühjahrsevent an sich, welches jährlich über 100 Brandungsanglerinnen und Brandungsangler an Fehmarns Strände zieht, war auch in meinem diesjährigen Terminkalender eine feste Größe. Da meine Berliner Teamkollegen etwas Besseres vor hatten, mußte ich mich erstmal nach einem neuen Team umsehen. Dies war nicht ganz so einfach, da die Zeit schon recht fortgeschritten war und meine letzten Ergebnisse bei Veranstaltungen auch nicht gerade eine Empfehlung waren ;) Aber schließlich erbarmnten sich Jürgen (Haemmer25) und Lothar (Buttfaenger) doch meiner und "Die zarten Elfen" von meeresangler.org konnten an den Start gehen. |
Pünktlich erschienen Claudia und ich in der Dänschendorfer Räucherkate und begrüßten die bekannten und auch einige bisher nur virtuell kennengelernte Angelkollegen. Besonders Jürgen sprach mir Mut zu, da ich ja die ganze Woche meine beim Inselcup gemachten Fehler abstellen und unter verschiedenen Wind- und Wetterbedingungen üben konnte.
Gegen 14:30 Uhr eröffneten Jose und Marcel vom Mega Angelcenter Martins die Veranstaltung der 142 Anglerinnen und Angler und unsere Betty (BoBetzi) spielte beim Verlosen der Strände die Glücksfee. Für die einen war es Glück, andere waren wohl eher unglücklich an die Strände von Altenteil, Teichhof, Niobe, Wallnau und Püttsee zu kommen.

Mich verschlug es nach Altenteil auf Platz 4, nicht schlecht also? Während der Großteil bereits an die Angelplätze stürmte, holte ich mir noch ein paar Feintuning-Tips ab und sagte zu Claudia, dass wir ja noch schnell in Kopendorf einen Geocache suchen könnten. Gesagt, getan, danach brachte ich Claudia nach Puttgarden und mich in meine Kampfkleidung und düste zurück nach Altenteil. Auf dem Parkplatz standen viele Autos und als ich zum Strand kam, dachte ich, uups - Geht es doch schon eine Stunde früher los? Alle waren bereits startklar, nur ich mußte erstmal fragen, wo es denn hier in Richtung der niedrigen Startnummern geht. Um 16:00 Uhr kam ich am Angelplatz direkt rechts neben der alten Schleuse an und dachte, der Platz soll ja ganz gut sein. Aber das haben mir in der vergangenen Woche in Marienleuchte ja auch schon alle versucht, zu verklickern.

In aller Ruhe baute ich meinen Angelpatz auf, sogar das Beach Buddy mußte ich gegen den strammen Ostwind sichern und machte ein paar Probewürfe. Weit draußen erreichte ich gut die Sandbank und hatte nach vorn noch genug Platz zum "Zupfen". 10 Minuten vor Angelbeginn streichelte ich meine Wattwürmer und beköderte meine Vorfächer, die sich bereits an den Tagen zuvor als äußerst fängig erwiesen haben.
Es blieb noch etwas Zeit für ein paar Fotos und einen Anruf bei Markus, der sich heute mit seinen sächsischen Kollegen in Rosenfelde amüsieren sollte.
Um 17:00 Uhr gings los und der erste Fisch sollte ja gleich beissen, dachte ich jedenfalls. Und so stand ich da, zupfte, guckte dumm in der Gegend herum, beköderte neu, beoachtete meine Nachbarn, aber auch dort schaute man noch langweilig in die Sonne. Die erste Stunde war rum und noch nicht ein leisester Zupfer war an meinen Ruten zu sehen. Geht das schon wieder los, dass ich im Hellen keine Butt fangen kann? Die einzige Beruhigung war, dass es den anderen Anglern wohl ähnlich erging.

Genau so vergingen die nächsten 2 Stunden, um 20:00 Uhr mußte ich mir zunächst bei Claudi einen telefonischen Trost abholen, der konnte aber eher nur ähnlich dem schon bekannten Spruch lauten: "Quäl Dich, Du S.." :) Na ja, ganz so war es natürlich nicht, kurz nach dem Auflegen zappelte meine linke Rutenspitze. Huhh, ruhig bleiben und Herz wieder aus der Hostentasche herauskommen und die zittrigen Hände beruhigen lassen. Ganz behutsam zog ich die Angel ein und er war dran :) Da vor mir von der Schleuse eine große Steinpackung im Wasser liegt, mußte ich den Fisch an die Oberfläche holen und ein wenig mit ihm surfen. Endlich an Land, nahm ich das Vorfach und wollte den knapp 40er Butt zu meinem Angelplatz tragen, doch was war das? Er fiel einfach ab, der Haken war durchgebrochen, oh je Herz wieder in die Hosentasche gerutscht.
Kaum war die Montage wieder im Wasser, zitterte die rechte Rute. Urplöztlich waren die kalten Finger wieder warm und die Bewegungsabläufe wieder flüssig. Auch dieser Butt verbiss sich fest in mein Vorfach und war mit gut Mitte der 30 cm Marke eine schöne Scheibe.
Jetzt mußte ich schnell Claudi anrufen und glücklich sagen, dass ich hier nicht als Looser vom Strand gehen werde. Sie sagte nur: "Wenn Du den ganz großen Pott holst, möchte ich bei der Siegerehrung dabei sein." Um Gottes Willen, daran war doch gar nicht zu denken und wenige Minuten später lag die dritte Scheibe im Eimer. Jetzt kamen Regina und Manu das erste mal vorbei und sagten, dass 4 hoch ist und ich auf Platz 2 liege. Ahhh ja, da ist also noch alles drin.
So gegen 21:00 Uhr wurde die Beißerei wieder ruhiger und ich konnte mich wieder meinen Ködern widmen. Ich versuchte nun mit ein paar Plumpswürfen die Fische von der ersten Sandbank zu holen, aber da waren heute wohl keine, nicht ein Biss. Also keuelte ich wieder mit Vollgas in die dunkle Nacht (auch das Üben der Wurftechnik hatte sich ausgezahlt) und zupfte ununterbrochen. Dies war wohl das, was die Butt heute besonders gereizt hatte, Zupfen mit höchstens 30 Sekunden Pause und schon zappelten die Rutenspitzen wieder. In der folgenden Stunde bis 22:30 Uhr fing ich Butt 4, 5, 6, 7 und 8. Einen guten verlor ich noch an der Steinkante, diese schnitt mir die Mundschnur und das Blei ab, der Rest war noch dran. Beim letzten Auswurf verfing ich mich noch mit meinem Nachbarn und während wir unsere Fesseln befreiten, biss noch der letzte und 9. Butt von über 40 cm Länge an der anderen Angel, zum Abpfiff um 23:00 Uhr sozusagen. Dies war der einzige Biss, den ich an meiner Zebco WS II IM8 nicht sehen konnte, da ich ja mit dem Nachbarn zugange war.

Jetzt hiess es durchatmen, messen und Angelzeug zusammenpacken. Ich ließ mir viel Zeit und so war ich wie schon zu Angelbeginn fast der Letzte am Strand.
Vor dem Dänschendorfer Hof standen schon Micky, Timmy, Shorty, Benni und Fiete Spalier und fragten die Fänge ab. Mein Ergebnis wurde mit Achtung quittiert, während sich Micky und Timmy doch eher an vergangene und bessere Tage erinnerten, wie z.B. an das ProTack Event im vergangenen Herbst ;) Ich erinnerte mich lieber an die vergangenen Stunden und wollte mal sehen, was meine beiden Teamkollegen Lothar und Jürgen so sagten. Während Jürgen am Looser-Strand in Wallnau sich achtbar mit einem Fisch schlug, liebäugelte Lothar sogar mit seinen 5 Fischen mit einem vorderen Platz in seinem Sektor.

Das hörte sich doch sehr gut an, darauf gab es eine Stärkung und ein Frisches gegen den Durst. So langsam trudelte der Rest der Anglerschaft ein und bisher hörte ich nichts von mehr als 9 Fischen in überhaupt einem Sektor, das kann doch nicht sein, nee das geht doch gar nicht.
Fast pünktlich um 01:10 Uhr (Obwohl wir sogar eine halbe Stunde länger geangelt haben) begab sich das Martins Team auf die von allen beachtete Bühne und gab die Sieger des Fischlottos bekannt. Der Sieger, der die genaue Anzahl von 277 Fischen tippte, schnarchte draußen auf dem Parkplatz gemütlich in seinem Auto und mußte erst aus seinen Träumen gerissen werden. Dies sah man ihm auch an, denn die Freude über die knapp 700,- Euro teure Shimano Pro Surf war wohl in einem anderen Teil seines Körpers versteckt ;) Für Platz 2 und 3 gab es 200,- und 100,- Euro als Gutschein, die beiden glücklichen Gewinner mit je 276 getippten Fischen teilten sich die Beute, das fand ich sehr gut.

Nun wuchs die Spannung, die Sektorenwertung wurde verlesen und unser Tisch füllte sich mit Pokalen. Flo (Angelfiete2001) räumte mit 7 Fischen seinen Sektor in Püttsee ab und platzierte sich in der Gesamteinzelwertung auf einem hervorragenden 3. Platz. Lothar belegte bei sich im Sektor den 2. Platz und ich konnte tatsächlich in Altenteil die meisten Fische fangen. Am Ende reichte es sogar für den Gesamt-Einzel-Pott. Nun war es raus, das Üben hatte sich gelohnt, heute konnte ich endlich mal wieder ein paar mehr Fische fangen, als sonst und die werden Claudi und mir besonders schmecken :)

Die Mannschaftswertung war ähnlich spannend und "Die 3 zarten Elfen" holten sich auch noch den Mannschaftspokal, unsere Freude kannten keine Grenzen. Micky schaute erstmal in jeden Pokal und berechnete schnell im Kopf das Fassungsvermögen der "Blechurnen". Zu dumm, dass die Bewirtung des Hofes diese leider nicht füllen konnten. Denn das bekannte Lieblingsgetränk der After-Show-Party war nur noch in einem Liter verfügbar und bereits nach einer halben Stunde alle, bei so vielen durstigen Kehlen auch kein Wunder.

Bei der anschließenden Startkartenverlosung gab es für fast alle wieder tolle Preise zu gewinnen, ich habe endlich eine große Flambeau Angelkiste und Micky und Timmy ihre Räuchertonne, jetzt können die beiden ihre Fische vom Wochenende auch räuchern. Zitat Micky: "Duck und weg ..." :)
Flo wird nun seine Mefos keschern und Lothar ein vernünftiges Köderdreibein bauen können. Danke dafür an die Sponsoren.
Ich verließ die Feier um 03:00 Uhr morgens, denn unsere Abreise nach Hause sollte bereits in 8 Stunden sein und ich mußte für unser Auto noch einen neuen Packplan entwerfen, bei 5 riesigen Pokalen und der großen neuen Angelkiste war das wohl nötig. Die Party ging weiter, den Ausgang kann man bestimmt im entsprechenden Forenthema nachlesen ;)

Vielen, vielen Dank an Bruni, Betty, Regina, Jose, Manu, Marcel und die vielen fleißigen Helfer, die diese tolle Veranstaltung vorbereitet und zeitplangerecht durchgeführt haben. Es war einfach top, mit Euch allen einen solchen Abend zu verbringen.
Euer Karsten
Und hier gibt es noch viele Bilder der schönen Veranstaltung zu sehen -> KLICK