Fliegenfischen in der Bode
Datum: Dienstag 11 Juli 2006 09:45:31
Thema: Fliegenfischen


Am 4.7.2006 wollten mein Freund Manywald und ich mal wieder zum Forellenfischen an die Bode fahren. Waren fast genau vor einem Monat das letzte Mal vor Ort und wirklich begeistert, obwohl damals die Bedingungen, es regnete in Strömen und dazu noch Hochwasser, nicht die besten waren.
Diesmal war es ganz das Gegenteil, niedriges Wasser, was auch nicht unbedingt gut ist, und Sonne pur, bei angenehmen 25°C Bergtemperaturen.    

Nach unserer 2 stündigen Anfahrt für 130 km, kamen wir in Treseburg an, was unser Ausgangspunkt war. Im Hotel zur Luppbode, wo es sich zu moderaten Preisen gut Übernachten und Speisen läßt, kauften wir bei Uli unsere Angelkarte, 15 € der Tag, und erhielten gleich gute Kunde von einem herrlichen Abendsprung, wo die Bach und Regenbogner wie wild auf Maifliegen aus waren. Das war einen Tag zuvor!
Also rein ins Auto und Flußauf Richtung Talsperre Wendefurth, unterwegs mal schnell gehalten und nach Steigaktivitäten unserer begehrten Floßenträger geschaut bei einem Kaffee aus der Thermoskanne.
Unser Ziel war das Wehr an der Forellenzuchtanlage in Altenbrak, wo öfters mal einige Regenbogner das Weite aus der Zucht in die Bode suchen.
Angekommen und rein in die Wathose, Manywald in die Watstiefel, was wirklich reichte. Durch die ehemaliege Furt durchgewatet und am Flußufer, was von hohem Gras und Erlenbäumen gesäumt ist, durchgeschlagen, direkt zur Forellenzucht. Dort fischte ein Kollege mit Naßfliege in einer schönen Rausche und konnte soweit wir es sehen konnten, auch einige gute Forellen fangen. Wir trennten uns, ich suchte mir eine Rausche mit einem recht langsamfließenden Auslauf in einer Kurve aus.
Ich fischte mit meiner 4er Bachrute , 270cm Vorfach und Maifliegenimitationen auf Hakengröße 14-16, einer wirklich passende Kombination, für die auch an manchen Stellen recht zugewachsene Bode.
Der erste Biss sollte nicht lange auf sich warten lasse, meine Fliege wurde bereitwillig genommen, Anschlag und Drill an meiner 4er Rute.
Eine schöne Bachforelle, kompakt im Körperbau jedoch unter Maß, kam über meinem Kescher.
Weiter gings`, auch bei Verdacht konnte man die Salmo Truttas zum Steigen überzeugen. In der ruhigen Zone wollt ich meine Fliege präsentieren und blieb bei aller Servierkunst prommt im Baum hängen, die Fliege lies sich nicht durch ziehen lösen. Also hingewatet und fast abgesoffen. Ein tiefes Loch, hätte ich nicht erwartet. Da muß doch was größeres drinstecken. Ich fischte erst mal etwas oberhalb und lies den Bereich in sich ruhen. Nach einer Pause nahm ich mir die Stelle noch mal vor, montierte eine Goldkopfnymphe und bekam auch sofort einen Biß. Der Fisch war besser. Meine Rute bog sich im Halbkreis und genau so schnell stellte sie sich wieder gerade. Schade, ich hatte den Drill verloren. Weiteres Befischen mit Nymphe brachte keinen Erfolg, also wieder die Trockene dran, aber auch das sollte nicht mehr ganz so gut laufen. Die Fische stiegen an und drehten ab, was in dem sehr klaren Wasser der Bode gut zu beobachten ist. Ich knüpperte mir 50cm 14 er Vorfachspitze an und es ging deutlich besser. Langsam kam der Hunger über mich und Many muß es genau so gegangen sein, denn wir trafen uns fast zur selben Zeit am Auto. Ich hatte eine schöne Bachforelle entnommen. Nicht schlecht, jedoch lief es bei Manywald besser. Nun gut, er ist Fliegenfischer seit mehr als 40 Jahren und ist sozusagen mein Lehrmeister. Er hatte drei „Prächtige Exemplare“ mitgebracht. Nach einer ausgiebigen Pause im Schatten nahmen wir gemeinsam noch einmal das tiefe Loch uns vor, es war mittlerweile später Nachmittag geworden. Was war das, ü 30cm Forellen stiegen nach einer Insektenart und vollführten mächtige Sätze aus dem Wasser. Wir boten alle Muster unserer Fliegendose an, konnten jedoch keine einzige von uns überzeugen. Auch Nymphe ging garnicht, obwohl wir sie unter Wasser beobachten konnten. Ein herrliches Schauspiel.
Nach einer Stunde ließen wir ab, diskutierten, warum sie so selektiv Nahrung nahmen und fuhren wieder nach Hause. Die Straßen waren wie ausgestorben, es war das Deutschlandspiel gegen die Italiener ......!     





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