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Im März 2010 starten wir eine neue Serie mit dem Titel: "Fragen an die Experten".
Wir wollen Euch damit die Möglichkeit geben, einige Profis des Meeresangelns etwas besser kennenzulernen und damit näher an die Basis zu bringen.
Monatlich stellen wir Euch einen Experten aus einem Gebiet des Meeresangelns vor und freuen uns schon sehr auf die Antworten auf unsere Fragen.
Wir starten in diesem Monat mit Thomas Fischer, dem neuen Präsidenten und jahrenlangen Brandungsreferenten des DMV e.V.
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Hallo Thomas, wir bitten Dich, als Spezialist für das Brandungsangeln unseren Lesern einige Fragen zu Dir und dem Brandungsangeln zu beantworten.
ORG: Erzähle bitte etwas über Dich, in welcher Ecke Deutschlands kann man Dich treffen und hast Du eine Familie, die Dich beim schönsten Hobby begleitet?
Thomas: Ich bin verheiratet, habe 1 Tochter - 11 Jahre, wir wohnen in Schleswig-Holstein und zwar in Grönwohld bei Hamburg. Meine beiden Mädels begleiten mich zum Brandungs- und zum Bootsangeln.
ORG: Seit wann gehst Du angeln und hast Du schon von Anfang an das Meeresangeln ausgeübt? Zieht es Dich auch einmal an die Binnengewässer?
Thomas: Ich angle seit ca. 35 Jahren, habe angefangen mit dem Karpfen- und Forellenangeln, dann kam die Stipp-Zeit. Vom Stippen kam ich durch einen guten Freund zum Meeresangeln und dem bin ich bis heute treu geblieben.

Von links: Thomas Fischer, Danny Hrubesch, Sven Weide, Alexander Dorow bei der Club-WM im Brandungsangeln 2009
ORG: Was reizt Dich besonders am Brandungsangeln?
Thomas: Das Schönste am Brandungsangeln ist, wenn wir schweres Wetter haben, Regen und Wind. Man muss gegen diese Gewalten angehen und mit den schwierigen Bedingungen kämpfen.
ORG: Gibt es Gebiete bzw. Strände, die Du am liebsten mit der Brandungsangel befischst?
Thomas: Na klar, ich fahre gerne in die Region um Kühlungsborn, dort sind die Strände einiger maßen gleich und beherbergen tolle Fische.
ORG: In der Brandungsangelszene wird ja immer heiß um die aktuellen Ruten- und Rollenmodelle diskutiert, so nach dem Motto: „Leichter, dünner, weiter ...“ Welche Modelle fischst Du und ist es immer nötig, mit der aktuellen Entwicklung mitzugehen, um erfolgreich zu sein?
Thomas: Ich fische zur Zeit Brandungsruten von PENN und zwar die Twin Tip 4.20 m, sowie die PENN Brandungsrollen Surfmaster. Diese Rollen sind bespult mit einer Whiplash Crystal 0,10. Auf die Frage ob man immer das teuerste und neueste haben sollte, denke ich, jeder sollte sein Geschirr so zusammen stellen, dass er damit optimal zurechtkommt und wie es sein Geldbeutel erlaubt, denn nicht immer ist das Teuerste und Leichteste auch das Beste …

Links: Thomas Fischer bei der Deutschen Brandung 2001
ORG: Angelst Du in der Brandung lieber auf Plattfische oder eher auf die größeren Räuber?
Thomas: Mir ist es im Wettbewerb egal ob Platte, Dorsch oder Wittling beißen, man muß sich den Gegebenheiten anpassen. Wenn ich mir es aussuchen kann nehme ich lieber Strände, wo ich Dorsche fange, aber nur aus dem einen Grund er ist mein Lieblings Speisefisch.
ORG: Welches war Dein schönstes Erlebnis beim Angeln?
Thomas: Ich hatte schon so viele schöne Erlebnisse beim Angeln, aber eins der schönsten war, als ich mit meiner Tochter und zwei ihrer Freunde zum Brandungsangeln in Süssau war, es waren die schlechtesten Bedingungen die man sich vorstellen kann, kein Wind, flaches Wasser, Frost und sternenklar. Ich baute für die Kinder die Ruten auf und die fingen in 3 Stunden 24 mäßige Dorsche bis 60 cm. Nach dem Angeln machten wir die Fische am Strand noch küchenfertig, gerade waren wir losgefahren, da schliefen alle drei tief und fest und träumten von großen Dorschen.

4ter von links: Thomas Fischer bei der Deutschen Brandung 2005
ORG: Angelst Du auch im Ausland und wenn ja, welche Unterschiede findet man im Gegensatz zu deutschen Stränden vor?
Thomas: Ich hatte das Glück, an 16 Weltmeisterschaften teilnehmen zu dürfen, aber so schöne Fische wie an deutschen Küsten fängt man nirgends in Europa, meistens sind die Fische kleiner und auch ziemlich wenige ihrer Gattung vorhanden.
ORG: Was denkst Du über die immer höher werdenden Preise bei den Ködern? Wäre es möglich, dass diese Entwicklung schuld für eine rückläufige Zahl von Brandungsanglern sein könnte?
Thomas: Ich glaube nicht, dass nur die steigenden Köderkosten schuld am Schwund der Teilnehmer sind, es gibt viele Gründe. Erstens ist fast alles teurer geworden und beim Hobby wird zuerst gespart, zweitens kommen dann auch noch die schlechten Fangergebnisse hinzu.
ORG: Du hast maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Durchführung der Club-WM im Brandungsangeln im November 2009 in Kühlungsborn. Was ist Dir an positiven und auch an negativen Erinnerungen geblieben, jetzt wo die WM knapp 4 Monate vorbei ist? Würdest Du solch eine Veranstaltung wieder ausrichten?
Thomas: Ich habe keine negativen Erinnerungen an die WM, es war alles super. Wir hatten ein starkes Team, welches einen spitzen Job gemacht hat. Die Teilnehmer waren alle gut drauf, es gab nicht einen Protest, es haben sich viele Freundschaften gebildet, die Stadt Kühlungsborn hat uns überall unterstützt und es gibt noch vieles mehr ...
Mit diesem Team würde ich so eine Veranstaltung noch einmal durchziehen.
ORG: Wie geht es bei Dir angeltechnisch in der Zukunft weiter, sind Veränderungen geplant?
Thomas: Ich werde das Boots- und Brandungsangeln weiter betreiben und versuchen, mein Wissen bei meinem neuen Sponsor PENN einfließen zu lassen.
ORG: Kennst Du das umfangreiche Angebot von meeresangler.org und wie gefällt es Dir? Hast Du Wünsche und Ideen, was wir noch verbessern können?
Thomas: Jungs, Ihr macht eine tolle Arbeit, im Moment fallen mir keine Verbesserungen ein.
Vielen Dank für das Lob und die Antworten auf unsere Fragen, Thomas.
Wir wünschen Dir als Präsident des DMV e.V. und Deinem Team ein erfolgreiches Amtieren und natürlich immer viele Fische an der Angel.
Karsten Räth
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