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Noch stehen ja nicht allzuviele Silberbarren in meinem Fangbuch, doch möchte ich Euch meine letzte Mefo, die ich bei meinem Langelandtripp im Dezember vorigen Jahres gefangen habe, nicht vorenthalten. |
Ausgangsort für meine Woche Meerforellefischen war mein Haus in Tranakaer, von wo es nicht sehr weit zu den Meerforellengründen rund um den Leuchtturm hin nach Botofte war. Morgens um 4:00 Uhr im Haus angekommen, kurz an der Matratze auf Horchposten gewesen, stand ich pünktlich nach einem guten Frühstück um 13:00 Uhr am Meer. Es waren ausgesprochen gute Bedingungen zum Spinnangeln, eigentlich hätte ich auch die Fliegenrute nehmen können. Aber nach doch so einer durchgefahrenen Nacht wollte ich es "gemütlich" angehen. Ein bekannter Spinnfischer, mit dem ich mich das Jahr zuvor sehr gut über die Langelandmeerforellen unterhalten hatte, war auch vor Ort. Wir sagten "Hallo" und jeder suchte seinen Platz. Was gibt es Schöneres, wenn man nicht ganz alleine ist und trotzdem viel Platz hat. Ich montierte an meinem Flourcarbonvorfach eine Springerfliege, ein unauffälliges Shrimpmuster, und als Blinker kam ein Möresilda in 18 Gramm ans Ende. Ich fischte intensiv die erste Rinne ab, die schon gut über einen Meter tief war und probierte es auch auf maximalen Distanzen, um evt. den Fisch von "draußen" mit reinzuholen. Aber leider ging das nicht sehr lange gut und ich bekam einen Hänger, der nicht zu lösen war. Missmutig und doch ganz schön geschafft beendete ich diese erste Aktion zwei Stunden später. Im Haus wieder angekommen, gönnte ich mir einen warmen Tee und nahm mir die Meerforellenbibel von Udo Schröter zur Hand.

Zweiter Anlauf, der 10.12.06: Fahrt nach Fodslette, wo man auch tagsüber schon mit Dorsch rechnen kann. Also, wenn keine Mefo, dann klappt es mit dem Dorsch dachte ich mir. Das Wetter war anfangs klar, die Temperatur um die 8 °C, leichte Wellen niedriger Wasserstand und der Wind kam aus SSW mit einer 5. Deutlich sah man die Steine der Riffe. Ich arbeitete mich langsam Meter für Meter vor. Ein Wurf auf den anderen. Montiert hatte ich, wie den Tag zuvor, nur kam als Blinker ein Hansen Flash in 12 Gramm zum Einsatz. Nach 50 Minuten kam der Biss, keine 20 Meter vor meinen Füßen, vor einer Pflanzenwiese. Gleich war der Fisch an der Oberfläche und schlug kräftig. Ich ließ ihn gegen die Rute kämpfen, es war ein großer Brocken, der erstaunlich schnell ermüdet war. Im Anbetracht der Seegraswiese vor meinen Füßen nahm ich den Kescher und führte ihn unter den Fisch, der jedoch zu lang war (beim Nachmessen zu Hause ist der Kescher 60cm in der Länge), um ihn zu keschern... Beim Anheben rutschte die Forelle rücklings wieder heraus und verabschiedete sich gaaanz langsam in ihr nasses Element, mein Haken hing im Netz. Enttäucht und mit weichen Knien enttütelte ich mein Netz. Standortwechsel zur Landzunge. Es wurde dunkel, als ich Kontakt zu noch einem Fisch auf großer Entfernung bekam. Nach kurzem Drill verabschiedete sich auch dieser. Hochgelaunt fuhr ich nach Hause, es war mittlerweile stockdunkel. Dritter Anlauf, gleicher Strand zwei Tage später, außer, dass der Wind noch etwas mehr zunahm und der Wasserstand heute höher war, blieb alles beim Alten, na gut Regen und Dunst kam auch noch. Ich fischte wieder meine "Beststelle" ab und als sich da nichts tat, watete ich auf die sehr lange Sandbank , so das ich in 50 Metern Entfernung zum Strand immer noch sicher stehen konnte, ohne überspült zu werden, falls eine Welle sich verirren sollte. Nach unzähligen Würfen kam der Biss, den ich parierte und nach kurzen aber heftigem Drill endlich wieder einmal Ostseesilber, diemal sicher im Kescher gelandet. 41 cm, silberblank was will man mehr. Noch besser gelaunt fuhr ich nach ein paar weiteren Würfen in mein Haus. Vierter Anlauf selber Strand: nach meinem "Frohem (Beiss) Fest" beim Brandungsangeln einen Tag zuvor, wollte ich es heute länger in die Dunkelheit hinein aushalten. An den Stellen, wo ich die Tage zuvor Erfolg hatte, tat sich nichts, also wechselte ich im Dunkeln in Richtung Süden. Es stand eine ordentliche Welle, so dass ich es vorzog, nur bis zu den Waden ins Wasser zu steigen. Nach einer halben Stunde mit nun doch schon eiskalten Füßen bekam ich einen Biss auf einen Spöket in schwarz 18 Gramm, ein Dorsch, der einige Kopfstöse vollführte. Als er an Land kam, war er ebenso groß, wie ich den Tag zuvor den ganzen Abend fing, knapp 36cm. Nun doch mit noch mehr eisigen Füßen beendete ich diese Aktion und fuhr ins Haus, wo ein Fußbad mit einem ordentlichen Weinbrand wartete. Ich war noch dreimal an "meinem" Strand und es war wie all zu oft. Wieder nichts gefangen aber Erfahrung gesammelt!
redington04
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