Fliegenfischen (Artikel): Fliegenfischen - Highlights von der Schwarza
geschrieben von manywald on Donnerstag 10 Mai 2007 23:49:57
Topic: Fliegenfischen
Forelle von der Bode

Liebe Sportfreunde!
Wie ich merke, stoßen Berichte über Flyfishing auf vielseitiges Interesse. Darum auch mal von mir einen Bericht. Seit ein paar Jahrzehnten ist diese Art meine liebst Angelart. Ich habe mir schon lange abgewöhnt, gleich zu Saisoneröffnung unter der zahlreichen Anglerschar mitzumischen. Da geht es oft zu wie auf dem Jahrmarkt was ich mir nicht mehr antun will. Allerdings entgeht man dann der Chance, einen besonders starken Fisch auf die Schuppen legen zu können, der mit Sicherheit zum späteren Zeitpunkt schon längst in irgend einer Anglerpfanne brutzelt. Aus sicherer Quelle: Am 1.4.2007 haben sich die Angler an der Bode auch wieder gegenseitig die Hüte vom Kopf geschossen, weil sie zu dicht beieinander standen. Mein Bodestart für 3 Tage begann am 23.4. und war auch wieder von gutem Erfolg gekrönt.



Nun einiges über die Schwarza im Thüringer Wald.
Gewässerart: Gebirgsfluss glasklar 51 Km lang.
Quelle: Scheibe- Alsbach.
Mündung: Saale bei Rudolstadt.
Charakter: Der Fluss schlängelt sich durch ein Durchbruchstal mit 45 Grad Hangneigung gut bewaldet. Oft niedriger Wasserstand. Gefällstrecken, Kiesrieselzüge, tiefere Löscher und Pools sowie taschenartige Vertiefungen an den Uferrändern. Pflanzenteppiche halten sich in Grenzen und sind stellenweise gar nicht vorhanden. Aber es gibt auch breitere Abschnitte mit ruhigem dahinfliesen. (Meine bevorzugten Trockenfliegenstellen). Alles wunderbare Natur.
Angelfische sind Regenbogen- und Bachforellen, Bachsaibling und Äschen. Letztere sind oberhalb des Schweizer Haus (Gaststätte am Fluss) erst ab 1.6. beangelbar und unterhalb des besagten Hauses ganzjährig geschont. Tageslizenz: 10.- €

Die Schwarza im Thüringer Wald

Weil ich ein ausgesprochener Trockenfliegen Purist bin, der nur zur Not auf Nymphen ausweicht, hier meine Geräte: Ich fische mit super leichten, in diesem Falle Rute Fly Rod von Snowbee # 4-5. Material IM8. Schnur WF- 4- F. Bei so klarem flachen Wasser sind Trockenfliegen Größe 16 und Vorfächerspitze 0,14mm erforderlich. Stärker und größer geht meist nicht.

Die Schwarza

Da sich die Anglerschar am 1.5. in Grenzen hielt, habe ich auch schon an diesem Tag begonnen.
Mein Lieblingspool war nicht besetzt und ich konnte auch einige Fische ausmachen die 10 cm unter dem Film wedelten ohne jedoch zu steigen.

Schnell wa eine 16er Dun Para angeschlauft. Ich wollte sie zum nehmen animieren. Vorsichtig von oben schräg abwärts mit ständigen Menden trieb die Dun auf einen Fischstandort zu. Man merkte die Unruhe der Forelle, als die Fliege über sie hinweg trieb. auch die anderen Fische in der Nähe zeigten ein unruhiges Verhalten. Erneuter Wurf, zweiter Abtrieb, kurzer Schwall vom Handgelenk sofort quittiert und dann die üblichen Versuche mit kleinen Fluchten vom Haken loszukommen. Ein Bachsaibling von 32 cm war mein erster Fisch der Saison, ein schlanker herrlich gezeichneter Fisch.

Saiblinge

Eigentlich sollte man nun eine kurze Zeit warten bis sich alles etwas beruhigt hat. Ich tat es nicht.
In gleicher Spur ließ ich die Trockene einige Meter weiter abtreiben, ein kräftiger Schwall eröffnete in diesem Pool nun einen Tanz der Superlative. In einem Zug wurden mir die lose in der Hand gehaltenen Meter meiner Flugschnur abgezogen und weitere von der Rolle. Der Fisch befand sich jetzt ungefähr 18 Meter entfernt abwärts am anderem Ufer. Im Eiltempo schoss er hin und her, ruckend und klopfend. Von der mächtig gespannten Rutenspitze wurde jeder Stoß und Ruck registriert.

Die Schwarza

Man konnte sehen wie das hervorragende IM8 Material die Stöße abpufferte. Einen großen Druck konnte ich dem schwachen Vorfach nicht aussetzen, also mit Gefühl. Immer bedacht keine Fehler zu machen, lobpreiste ich im stillen unseren Patron das es Gelingen möge. Da der Pool sehr weiträumig ist, machte mein Kontrahent auch regen Gebrauch davon sich auszutoben.
Nur wenn er in meine Richtung kam war es mir möglich, einige Meter Schnur mit der Hand einzuholen die ich in einer kurzen Ruhephase wenn er im Stand kämpfte mit der linken schnell auf die Rolle brachte bis die Post wieder abging. In solchen Momenten verliert man jedes Zeitgefühl, aber das er fünfmal mit weiten Fluchten versucht hat zu entkommen, darüber bin ich mir sicher. Nur einmal ganz kurz konnte ich seine silberne Breitseite sehen und da musste ich an meinen kleinen Watkescher denken.
Aber selbst der kräftigste Kämpfer erlahmt mit der Zeit. Ich merkte das er bald reif zur Landung war. Endlich dann über dem Kescher machte er sich steif und lag quer über dem Bügel, ich musste Blitzschnell nochmal von hinten nachfassen.
Im Kescher. Hurra! ein schönes Tier! Schnell 3 x tief durchgeatmet um den 200 Sekunden lang andauernden Adrenalinstoß zu mildern.
Vor mir lag eine besonders kompakte Regenbogenforelle. Mit 44 cm nicht eben groß aber unwahrscheinlich massig. Mit Sicherheit über 1 Kilo schwer was sich durch den Strömungsdruck an der Angel weit schwerer anfühlte.
Ich bin mir sicher, dieser Fisch hätte mit seiner Kampfeskraft einer Mefo Konkurenz gemacht obwohl ich nie auf die Idee kommen würde eine Mefo mit so leichem Gerät auf den Leib zu rücken.

Regenbogenforelle

Nach diesem Erlebnis habe ich ohne Erfolg versucht, die Fliegengröße und Schnurstärke zu erhöhen. Klares Flachwasser und Sonne ließen mein Bemühen scheitern.
Im Laufe der nächsten 4 Tage wurde mein leichtes Gerät weitere dreimal auf eine harte Probe gestellt mit noch 3 Rainbows, alle mit 16er Duns.
Insgesamt: 44, 43, 40, 38 cm alles kompaktes Schwarzasilber. Zwei weitere haben sich nach einigen rasanten Luftsprüngen verabschiedet weil die Fliege nicht richtig hing. Einige Bachforellen, 2 Saiblinge und ein paar Äschen die nätürlich wieder schwimmen, waren ebenfalls als Ergebnis zu verbuchen.

Es waren unvergessene Erlebnisse die ich in einer wunderbaren Natur genießen durfte. Genau das ist es, was das Fliegnfischen für mich so begehrenswert macht.

In den nächsten Tagen bin ich für eine Woche nahe Heiligenhafen. Dann werde ich versuchen mit der Fliege Hornhechte zu fangen.

Freude über den Fang

Einen Wehrmutstropfen habe ich allerdings auch zu vermelden. Obwohl auch Thüringen ein Landesfischereigesetz hat, genehmigte sich die ansässige Ortsgruppe 2 Tage vor Saisonbeginn ein Anangeln. Von den 19 Mitgliedern wurden Ca. 30 Kg Salmoniden gefangen. Ein sogenannter Sportangler hat dann auch gleich die Fischeingeweide am Wanderweg Waldrand entsorgt. Siehe Foto. "Hoch lebe die Natur und der Tourismus"

Noch einen guten Ratschlag für Euch: Einen Tagestrip würde ich ohne Gewässerkenntnis nicht empfehlen. Quartiere gibt es allerorts. Erst Erkunden dann ist das Angeln erfolgreicher.
Näheres über Fliegenfischen auch für Einsteiger auf meiner Homepage: http://home.arcor.de/manywald

        



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Re: Fliegenfischen - Highlights von der Schwarza (Punkte: 1)
von redington04 am Freitag 11 Mai 2007 07:47:00
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Hallo Manfred,
da hat sich Dein Urlaub wieder einmal voll gelohnt!
Sehr schöner Bericht, viel Spaß an der Ostsee und das nächste Mal bin ich mit dabei! Liebe Grüße Markus


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Re: Fliegenfischen - Highlights von der Schwarza (Punkte: 1)
von Angelfiete2001 am Freitag 11 Mai 2007 12:10:12
(Userinfo | Artikel schicken) http://
Schöner Bericht mit tollen Fischen und Bildern.

Gerne mehr davon.


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Re: Fliegenfischen - Highlights von der Schwarza (Punkte: 1)
von Meeresheini (admin@meeresangler.org) am Samstag 12 Mai 2007 20:21:36
(Userinfo | Artikel schicken) http://www.webraeth.de
Hallo Manfred,

ein toller Bericht und viele schöne Bilder.
Da peitschen wir (fast) ununterbrochen die Ostsee und in unseren Binnengewässern schwimmen uns die Forellen vor der Nase herum.
Ich glaube, ich packe meine Fliegenrute auch wieder aus ;)
Danke für den schönen Bericht.

Karsten


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