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Vom 25. - 27.11.2005 trafen sich rund 170 Anglerinnen und Angler zu den Deutschen Brandungsangeltagen 2005 auf Fehmarn. Das Wetter war schon recht winterlich, bei Temperaturen um die 0°C und bei sehr starkem Wind am Freitag, mußten wir uns schon einen Pullover mehr anziehen, um dem Wetter zu trotzen.
Da die Fangmeldungen rund um Fehmarns Küste in den letzten Wochen doch sehr dürftig aussahen, erwarteten wir zwei Angelabende auf dem Festland und damit außerordentlich gute Fänge. Da hatten wir aber das Spiel ohne den frühzeitigen Wintereinbruch gemacht, der sich mit Sturm und Schnee ankündigte ... |
Unsere Berliner Mannschaft ist, wie in jedem Jahr, schon am Donnerstag angereist und bewies, dass im Moment auf Fehmarn wirklich schlecht gefangen wird. 2 maßige Dorsche bei bestem Brandungswetter am Strand von Miramar wischten die letzten Zweifel hinweg, vielleicht doch noch ein paar schöne Angelabende auf Fehmarn zu verbringen. Als wir am Freitag Morgen unsere Augen aufschlugen, trauten wir unseren Augen nicht, das Dachfenster war mit Schnee bedeckt und ein stürmischer Wind fegte über die Insel. Als ich zum Treffpunkt in das IFA-Hotel fuhr und auf dem Parkplatz die Autotür öffnete, flog mir erstmal meine Mütze vom Kopf, das Wasser am Südstrand tobte, nur die Angler waren voller Elan. Im Hotel begrüßten wir einen Teil unserer großen MEPO-Familie (Constance, Marion, Marcel, Carsten, Volker, Manner, Mirko, Frank, José, Hauke und Marcus (etwas später ;) und alle anderen befreundeten Anglerinnen und Angler.
Unsere Brandungsreferenten des DMV, Meike und Thomas Fischer, begrüßten alle Anwesenden sehr herzlich, stellten die Ordnerinnen und Ordner vor und eröffneten uns, dass wir leider die Ostküste an der Bäderstraße nicht beangeln können, da der Wetterdienst eine Unwetterwarnung ausgegeben hatte und die Sicherheit der Teilnehmer Vorrang hat. Wir begrüßten die Entscheidung und warteten auf die Verlosung der Sektoren, welche Marion (Hexlein) vornehmen durfte. Die zu beangelnden Sektoren waren Gillhus, Weißenhaus, Lippe (Damen), Kembs, Dazendorf und Sehlendorf. Ich mußte mit Marcel, José und Carsten an meinen "Lieblingsstrand" Gillhus, ein Strand, mit dem ich noch so die eine oder andere Rechnung offen habe.

Um 15:00 Uhr trafen wir uns dann auf dem großen Parklplatz vor dem Restaurant und hofften auf gute Plätze. Wie immer zog ich mein Los fast zum Schluß und ergatterte die Nummer 30. Leider war diese genau unterhalb des Parkplatzes, kein guter Platz eigentlich. Während wir unsere Angelplätze "bezogen", schnieselte es so leicht vor sich hin, der Wind blies immer noch ordentlich von der Seite. Das Wasser war glasklar und nach Einbruch der Dunkelheit erleuchteten die Straßenlaternen und die Hotels den Strand, so dass man fast keine Kopflampe brauchte. Um 16:30 Uhr begann das Angeln, alle Montagen waren einsatzbereit, die Fische konnten kommen. Der erste Wurf mißlang gründlich, meine Mundschnüre klinkten sich schon beim Anpendeln aus, so dass ich nur einen lockeren Wurf machte. Die zweite Montage flog dagegen mit voller Kraft in Richtung Fehmarn. Nach ein paar Minuten glaubte ich an der weit draußen liegenden Montage einen leichten Zupfer gehabt zu haben, zog kurz an und stellte die Rute wieder in den Rutenhalter. Als ich unter diesem hindurchging und nach oben schaute, hämmerte es in der anderen Rute. Meine Vorsätze, immer etwas länger zu warten, waren dahin, ich sprang um die Ruten herum, nahm die, welche sich inzwischen schon vom Boden erhob und spürte einen ordentlichen Widerstand. Wenig später lag der erste Dorsch von gut 40 cm am Strand und ich war glücklich. Wenig später hatte ich einen Biß an der anderen Rute und der zweite maßige Dorsch landete in meiner Fischkiste. Als es völlig dunkel war, folgten einige untermaßige Dorsche bis zu 15 cm Größe herunter, viel mehr tat sich nicht. Der nächste maßige Fisch biß gegen 19:30 Uhr in etwa 50 Metern Entfernung, ich hatte also Zeit, mal bei meinen Mannschaftskollegen nachzufragen. Alle hatten bereits Fisch, nur die Menge ließ sehr zu wünschen übrig. Gegen 20:00 Uhr kamen die Ordner das erste Mal zum Messen vorbei und sagten, das erst 3 Fische "hoch" seien, es war also alles für mich noch drin. Nur die Fische wollten das nicht so recht verstehen ;) Vor lauter Verzweifelung machte ich wieder einen "Plumpswurf" auf 50 Meter und ca. 15 Minuten später lag der vierte maßige Dorsch am Strand. Das war es dann aber auch, nur untermaßige Fische vergriffen sich noch an meinen Ködern. Als die Ordner am Angelende die restlichen gefangenen Fische vermaßen, war klar, dass ich den ersten Platz in meinem Sektor nur um 4 cm verpasste. Egal, so ist Angeln eben.


Die Ergebnisse des ersten Tages: Gillhus: 21 Fische Weißenhaus: 25 Fische Lippe (Damen): 35 Fische Kembs: 32 Fische Dazendorf: 45 Fische Sehlendorf: 99 Fische Fleißgster Angler: Bernd Jersch mit 15 Fischen
 Am zweiten Tag hatte der Wind deutlich nachgelassen, so dass wir endlich die begehrte Ostküste mit den Stränden Ostermade, Rosenfelde links und rechts, Kraksdorf und Dahme beangeln konnten. Die Damen blieben auf der Insel und versuchten ihr Glück in Marienleuchte, warum werden wir wohl nie erfahren.
Ich mußte nach Ostermade und war wiederum nicht gerade glücklich darüber, da ich an diesen Strand auch keine guten Erinnerungen hatte. Als ich mich auf den Weg zum Strand machte, hatte ich meinen ersten Blackout, ich verpaßte die Abfahrt und landete an der Kreuzung Süssau/Rosenfelde. Ein freundlicher Einheimischer schickte mich dann irgendwie in die Wüste, so dass ich unseren Micky um Rat bitten mußte. Mit seiner Hilfe war ich kurze Zeit später am Parkplatz und loste mit der Nummer 20 einen vermeintlich guten Platz. Der Wind kam schräg von rechts und die Wellen brachen sich in etwa 50-80 Metern vom Ufer entfernt, es war also richtig doll flach. Ich ließ mich davon nicht beeindrucken, testete die Strömung, das Blei blieb liegen, und beförderte meine erste Montage um 16:30 Uhr ins Wasser. Doch was war das? Ich hatte das Vorfach durchgeworfen.

Na das fing ja gut an :( Als dann endlich bei Angeln im Wasser lagen, begann das Warten. Eine halbe Stunde, noch eine halbe Stunde, noch eine halbe Stunde, ich wurde langsam nervös. Alle fingen Fische, nur ich guckte in die Röhre. Was war hier los? Um19:00 Uhr dann endlich der erste Biß, ein Dorsch mit verkrüppeltem Schwanz von sage und schreibe 38,3 cm lag vor mir. Ich war ereichtert, wenigstens keine Nullnummer. Es folgten noch zwei weitere Dorsche und eine Menge Probleme mit Krautgang, vielen Abrissen, "netten" Kontakten mit meinem rechten Nachbarn, der meinte, ich solle eine Kralle benutzen, wenn ich in seinen Schnurbogen geworfen hatte. Offensichtlich angelte er mit durchhängender Schnur, so dass ich meine rechte Rute gar nicht mehr einsetzen konnte. Wesentlich freundlicher dagegen war mein linker Nachbar aus Mecklenburg-Vorpommern, der mir 15 Minuten vor Ende sagte, dass er seine Ruten nicht mehr im Wasser hatte und doch etwas nach links werfen könne. Das tat ich dann auch und als wir beide so gemütlich schwatzten, bewegte sich meine linke Rute kräftig nach unten und am anderen Ende zerrte ein schöner Fisch. Leider verlor ich diesen auch noch in den großen Steinen vor meinem Angelplatz. Um 21:30 Uhr packte ich in Rekordzeit von 17 Minuten meinen Kram zusammen und nach weiteren 15 Minuten hatte ich am Strand die 20 Angelplätze zum Parkplatz zurückgelegt, ich wollte einfach nur in unsere Unterkunft zurück.

Nachdem alle unsere Mannschaftsmitglieder zurückgekehrt waren, wurde der Tag ausgewertet und wir mußten feststellen, dass wir alle heute deutlich weniger Glück hatten. Am Sonntag wurden die Deutschen Brandungsanglertage ausgewertet. Fleißigste Anglerin war Marianne Sperlinger, die mit ihren stolzen 70 Lenzen den jungschen Küken mal so richtig zeigte, wo es langgeht. Dafür hatte sie nicht nur meinen aufrichtigen Respekt. Der beste Angler bei den Männern war Werner Pürschel, der an beiden Tagen die konstanteste Leistung ablieferte. Erwähnenswert sind natürlich auch die 36 Fische unseres Mitgliedes Hauke Pries, die er in Kraksdorf an das Ufer zaubern konnte.

Die Ergebnisse des zweiten Tages: Ostermade: 142 Fische Rosenfelde links: 195 Fische Rosenfelde rechts: 239 Fische Dahme: 153 Fische Marienleuchte (Damen): 17 Fische Kraksdorf: 281 Fische
Größter Butt (Damen): 40 cm von Martina Junger Größter Dorsch (Damen): 52 cm von Meike Fischer
Größter Butt (Herren): 51 cm Größter Dorsch (Herren): 59 cm
Mannschaftswertung: 1. Schleswig-Holstein Plzz: 52 2. Hamburg Plzz: 63 3. Mecklenburg-Vorpommern Plzz: 87 4. Berlin Plzz: 89 5. Sachsen 6. Niedersachsen 7. Sachsen-Anhalt 8. Nordrhein-Westfalen 9. LAV Brandenburg 10. DMV Brandenburg

Vielen Dank an die Ausrichter, besonders natürlich an Meike und Thomas Fischer, an die Ordner und auch an die Sponsoren für die tolle Veranstaltung. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr.
Karsten Räth






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