Um es vorweg zu nehmen, es ist doch jedes Jahr das Gleiche ... Keine Angst, nein, es sind nicht immer die gleichen Anglerinnen und Angler, die die meisten Fische fangen und die besten Plätze auslosen. Nein, es ist das Wetter. Wer am letzten Novemberwochenende mal verreisen möchte, der braucht wohl keinen Schnee und kein Eis fürchten, es ist trübe, ein wenig feucht, der Wind weht meistens aus West bis Südwest und die Temperaturen bewegen sich so um die 5 °C.
Ideal also, um einmal die Strände an der Ostseite der Insel Fehmarn oder des angrenzenden Festlandes zu testen. Doch der Reihe nach ...
Ich bin am Donnerstag, den 25.11.2004 nach Fehmarn gefahren, um an den Deutschen Brandungsangeltagen 2004 teilzunehmen. Am Donnerstag wollte ich mich vom Alltagsstreß befreien und in der Dunkelheit ein wenig die Spinnrute schwingen und vom Wind so richtig durchpusten lassen. Leider entschieden sich Klaus, Frank und Christian für ein Testangeln am Strand von Püttsee, zum Spinnangeln doch etwas zu flach, da sich die Wellen etwa 50 Meter vom Ufer entfernt brachen. So begnügte ich mich mit dem Fotografieren der schönen Fische, die die 3 regelmäßig an Land zogen, es waren nur Dorsche und immerhin bis 60 cm lang.

Den Abend ließen wir dann ganz gemütlich ausklingen, wir lagen doch schon relativ zeitg im Bett. Freitag, 26.11.2004 Treffpunkt IFA-Hotel am Südstrand von Fehmarn. Wir wurden wie immer ganz herzlich von Meike und Thomas Fischer begrüßt und warteten gespannt auf die Bekanntgabe der Strände. Vorher wurde jedoch erstmal den Sponsoren gedankt, Ergebnisse vergangener Veranstaltungen und die Mindestmaße bekanntgegeben.
Dann kam, was kommen mußte. Alle warteten darauf, welche der "West"-Strände genommen werden, aber nein, dort sollten wohl in der Vergangenheit keine Fische gefangen worden sein, also ab an die Ostküste. Es folgte das übliche Gemurre und Gezeter, aber was solls, schließlich will ja eine solch große Veranstaltung mit über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erst einmal organisiert sein. So richtig glücklich war wohl niemand über die Strandwahl, außer den Top-Werfern vielleicht. Habe ich eigentlich schon gesagt, welche Strände es waren? Marienleuchte, Presen, Miramar, Süssau, Rosenfelde (Damen) und Dahme Ich durfte mit Norman nach Süssau, ein Strand der mir in guter Erinnerung war, ich hatte dort vor 4 Jahren bei ähnlichen Bedingungen ganz gut abgeschnitten. Doch am Parkplatz wurde auch schon wieder diskutiert, man zweifelte am Vermögen der Ordner und forderte sie auf, die Plätze neu auszustecken, von wegen der Ungerechtigleit der Plätze u.s.w.

Dies taten sie selbstverständlich nicht, die Plätze wurden verlost und ab ging es an den Strand. Ich hatte die Nummer 8 und war nach 3 Minuten an meinem Platz. Das Wasser plätscherte so vor sich hin, war so das, was man sich gemeinhin als Brandungswetter vorstellt ;) Das Schärfste war aber, dass sich mein Angelplatz genau unter einer schönen hellen Laterne der Promenadenbeleuchtung befand, das Angeln in Ufernähe war wohl absolut sinnlos. So konnte man dann das Angeln auch fast ohne Kopflampe durchführen, der absolute Wahnsinn. Nachdem ich meine Angelsachen am Strand verteilt hatte, bereitete ich mich auf einen lockeren Probewurf vor. Ich wollte mal den Grund hinter der Sandbank testen. Mein Blei landete erstaunlicherweise auch genau hinter dieser, ich machte 3 Kurbelumdrehungen und fest war die Montage, toll dachte ich mir. Ich zog und zerrte, irgendwann machte es Knall, die geflochtene Schnur riß mittendrin und ich war wieder 25,- Euro los und es war noch nicht mal ein Köder dran :( Einen weiteren Probewurf verkniff ich mir, ich nutzte die verbleibende Zeit, um die Spule neu zu füllen. Angelbeginn war um 16:30 Uhr, 5 Minuten später hatte ich den ersten Biss, aber ohne Fisch. Die Fische bissen wie verrückt, es ging immer nur Rute rein, Rute raus, nur die maßigen Fische waren Mangelware. So hatte ich dann nach 2 Stunden auch nur 2 maßige Dorsche in meiner Kiste, dafür um so mehr untermaßige. Mit zunehmender Zeit bissen auch die Fische vorsichtiger. Trotzdem ich mit Zitterspitze angelte, machten einen die Fehlbisse fast wahnsinnig, ich nahm dann die Schnur schon zwischen die Fingerspitzen und ließ die Dorsche ziehen, das verbesserte die Sache einigermaßen. Zwischendurch verlor ich noch einige schöne Fische an den Lehmkanten, nach einem Biss hies es nur volle Pulle drehen, um den Fisch vom Grund wegzubekommen. Interessant an der ganzen Beißerei war, dass ich die meisten Fische im ersten Abschnitt auf den kurzen Nachläufer der Doppelhakenmontage fing, danach nur noch auf meine superlangen (1.20m) Nachläufermontagen. Aber nicht nur das, die maßigen Fische wollten keine Häppchen, sie wollten fette Happen, 5-6 Würmer und ein Kneifer pro Haken sollten es schon sein. Der Haken selbst hing aber nur ganz vorn im Fischmaul, eine Nuckelei vom Allerfeinsten. Am Ende des Abends um 21:30 Uhr konnte ich 6 von den 20 gefangenen Fischen mitnehmen, wobei ich nur 4 auf die Ordnerlatte legte, ein Schelm wer seine Gedanken abschweifen läßt ;) Beim Einpacken fing es dann an zu regnen, wir hatten also viel Glück mit dem Wetter, die Temperaturen lagen so zwischen 2 und 4 °C, die höheren Werte nach dem Angeln. Samstag, 27.11.2004 Der Ablauf war wie immer, Treffpunkt 12:30 Uhr im Hotel zur Verlosung der Strände, nach einer halben Stunde war alles erledigt, heute wollten wir mal woanders angeln, nämlich in Miramar, Ostermade, Kraksdorf (Damen), Süssau, Rosenfelde und Dahme *tzzz*. Da am Vortag von den Damen in Rosenfelde sehr schlecht gefangen wurde, wollte wohl keiner so recht dorthin, aber 3 mal dürft Ihr raten, wen es getroffen hat, mich natürlich. Mit einem etwas unbestimmten Gefühl in der Magengegend fuhr ich dieses Mal mit Klaus an den Strand, sah wieder das Plätscherwässerchen und einen von außen sehr unscheinbaren Strand. Auch heute war mir das Lösglück nicht hold, ich zog die Nummer 16 und saß also fast genau in der Mitte. Rechts neben mir platzierte sich unser "Der Angelführer" Udo Schröter und war bestimmt auch echt begeistert über seinen Platz. Klaus hatte mehr Glück und durfte bis zu seiner Nummer 30 etwas weiter laufen als ich.

Aus den Erfahrungen von gestern gelernt und noch mindestens 300 Würmer im Gepäck, beköderte ich die Vorfächer von Anfang an mit mindestens 6 Würmern und hatte nach 2 Stunden bereits 4 maßige Dorsche auf der Latte. Die Geschichte des Beißens auf die verschiedenen Vorfächer wiederholte sich heute analog, nur bissen die Fische heute noch vorsichtiger, es war zum Verrücktwerden. Im Gegensatz zum Freitag hatten wir keine Promenadenbeleuchtung hinter uns, statt dessen ging die Sonne wieder auf. Logischerweise war es der Vollmond, dies schien die Fische aber kaum zu stören, denn wenigstens das Wasser bewegte sich in unsere Richtung. Heute hielten sich die Materialverluste in Grenzen, nur ein großer Dorsch verabschiedete sich mit einer Mundschnur, von den Fischverlusten unterwegs aber ganz schweigen. An diesem Abend hatte ich nur zweimal Zeit, mich für 5 Minuten auf meine Kiste zusetzen und Luft zu holen bzw. mit Udo zu plauschen, den Rest des Abends bin ich nur zwischen meinen Ruten hin und her gesockt.

Zählbares kam auch heraus und ich konnte 9 Fische einpacken, währenddessen nur 6 auf die ... na ja, Ihr wißt schon. Ich war fix und fertig, von innen "leicht" angefeuchtet und hatte einen Wahnsinns Hunger. Dass sich die Fische nicht um den Mond kümmerten, bewiesen die beiden Endplätze. Peter Winter schoß mit 25 Fischen den "Tagesvogel" ab und Klaus langweilte sich wohl bei seinen 18 Dorschen auch nicht gerade. Insgesamt wurde wohl ziemlich gut gefangen. Sonntag, 28.11.2004 Für alle Statistiker und natürlich auch für mich, noch ein paar Zahlen, logischerweise ohne Gewähr: Fleißigste Angler waren Peter Winter, Thomas Fischer und Mirco Pludra.

Ergebnisse vom Freitag: Marienleuchte: 72 Fische Presen: 64 Fische Miramar: 154 Fische Süssau: 80 Fische Rosenfelde (Damen): 26 Fische Dahme: 132 Fische
Ergebnisse vom Samstag: Miramar: 90 Fische Ostermade: 163 Fische Kraksdorf (Damen): 31 Fische Süssau: 134 Fische Rosenfelde: 128 Fische Dahme: 55 Fische
Jetzt könnte man doch glatt eine Schlußfolgerung ziehen und denken, dass es nicht gut ist, bei einer solchen Veranstaltung die Strände zweimal zu beangeln, Dahme und Miramar sind da wohl ein sehr gutes Beispiel. Aber zum Schlußfolgern schreibe ich hier ja eigentlich nicht ;), kommen wir lieber zu den größten Fischen des Wochenendes:
Größter Dorsch (Herren): 65 cm Größter Butt (Herren): 42 cm Größter Dorsch (Damen): 46 cm Größter Butt (Damen): 50 cm
Mannschaftswertung Herren: 1. Schleswig-Holstein (Platzziffer 60) 2. Hamburg (Platzziffer 64) 3. Niedersachsen (Platzziffer 68) 4. DAV Berlin (Platzziffer 77) 5. Sachsen-Anhalt 6. Hessen 7. Mecklenburg-Vorpommern 8. Sachsen 9. DMV Brandenburg 10. Nordrhein-Westfalen 11. DAV Brandenburg

Insgesamt wurden bei den Herren 1129 und bei den Damen 57 Fische gefangen, ein tolles Ergebnis also für diese Strandauswahl, allen Nörglern zum Trotz. Es war eine tolle Veranstaltung, ohne große Probleme, super von Meike und Thomas organisiert. Danke auch an die Ordner, ohne die geht es ja schließlich auch nicht. Und nochmals danke an Thomas, der es uns erlaubte, dass wir für unser Meeresanglerportal ein wenig werben durften. Herzlichen Dank an Germania Teamsport, der uns diese Werbung überhaupt erst ermöglichte.
Euer Karsten
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