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Nun stecke ich wieder mitten im beruflichem Stress und könnte glatt schon wieder Urlaub gebrauchen. Dabei war ich im Juli und August 3 Wochen mit der Familie in Norwegen. Dann eine Woche zu Hause. Die Woche darauf bin ich dann mit meinem Cousin und meinem Sohn für eine Woche nach Dänemark gefahren. Wir hatten an der Dalby Bucht ein ehemaliges Fischerhaus, ganze 15 m vom Wasser entfernt, gemietet. Anglerisch hatten wir vor, ein Kleinboot zu mieten, vielleicht mal mit dem Kutter auf das kleine Belt zu fahren und mal zu schauen, ob bei den Meerforellen schon etwas geht ... |
Für mich muß ich dazu sagen, daß ich inzwischen einige Male auf Meerforelle gefischt habe, aber noch keine im Kescher hatte. Dreimal hatte ich bisher Fischkontakt, aber kurz vor dem Kescher war Schluß. Am 18.8.2007 sind wir angereist. Nachdem wir ausgepackt und gegessen hatten, gab es erst einmal einen Spaziergang die Küste entlang um das Terrain zu sondieren. Vor dem Haus flacher Strand mit Bademöglichkeit. In 50 Metern Entfernung begann eine Steilküste, sehr steiniges Ufer, viel Bewuchs. Na ja ein Spaziergang war es nicht, mehr eine Klettertour über die Steine. Kurz bevor wir umkehren wollten, entdeckten wir hinter hinter einer Biegung in einiger Entfernung einen Angler. Wie sich herausstellte aus der Nähe von Bremen.

Auf meine Frage, ob sich denn etwas tut, brauchte er nicht zu antworten, denn zeitgleich war seine Rute krumm. Wir wurden Augenzeuge eines schönen Drills der leider kurz vor dem Kescher endete. Jetzt warten wir elektrisiert. Ab zurück zum Haus, Ruten montiert, Wathosen an und wieder zurück. Vielleicht geht ja noch was. Nun an diesem Abend bis auf einen zu kleinen Dorsch auf Meerforellenwobbler nichts mehr. Wir machten es jetzt zur abendliche Routine die letzten zwei Stunden des Tages bei teils schönen Sonnenuntergängen hier zu fischen.

Ein kleineres anderes Problem hatte ich noch zu bewältigen – Mein Mefo-Kescher stand an der Ostsee herum. Also habe ich meinen normalen Kescher umfunktioniert, Stiel abgeschraubt, einen Strick daran geknotet über die Schulter geworfen und gedacht nun ist es gut. War es aber nicht ganz, wie sich zeigen sollte. Am nächsten Abend haben wir uns wieder auf den mühseligen Weg gemacht. Auch im Wasser beim Waten waren keine Sandigen Stellen zu finden, ausschließlich Steine, viel Kraut, so daß es schwierig war sich im Wasser überhaupt fort zu bewegen. Also einen sicheren Standplatz suchen und dann konnte es losgehen. Und es ging recht schnell zur Sache – nach nur wenigen Würfen war meine Rute krumm. Oh was mir da alles durch den Kopf schoss – ruhig bleiben, Schnur auf Spannung halten, dem Fisch ein ums andere mal die Flucht genehmigen, Geduld, Geduld und nochmals Geduld, denn eine ganz kleine war das nicht am anderen Ende. Das hatte ich inzwischen auch zu sehen bekommen. Inzwischen hatte ich sie auch zweimal in der Reichweite des Keschers, aber aufgrund meiner bitteren Erfahrung habe ich keinerlei Anstalten gemacht, was auch völlig richtig war, denn die Fluchten waren nochmals sehr vehement. Beim dritten Versuch legte sie sich auf die Seite und ich konnte sie ruhig an der Oberfläche über den Kescher führen. Geschafft könnte man meinen. Gerade wollte ich einen Freudenschrei ausstossen, da begann der nächste Kampf. Denn spätestens jetzt begann ich meinen Mefo-Kescher wirklich zu vermissen. Ein normaler Kescher ist einfach nicht tief genug um das Netz einmal umzulegen und den Fisch dadurch zu sichern. Sie versuchte jedenfals oben herauszuspringen – die Höhe dazu hatte sie jedenfalls erreicht und ich versuchte, wie der Koch, der mit der Bratpfanne den Eierkuchen wendet, der Meerforelle habhaft zu bleiben. Wie jetzt auf diesen rutschigen Steinen zurück ans Ufer kommen? Na ja – Karsten war inzwischen in meiner Nähe und mit einem stützendem Arm war der Rest einfach. Da stand ich nun mit weichen Knien und habe einen Schrei abgelassen der seines gleichen sucht.

Mein 7-jähriger Sohn lag schon im Bett – glücklicherweise – er hätte wohl stark am Vater gezweifelt. Anzumerken ist noch, das wir ausschliesslich mit Blinkern und Wobblern gefischt haben. Und dass wir keine weitere gefangen haben lag auch an folgender Tatsache: Ich montiere zwischen Blinker und Drilling einen zweiten Sprengring um einem Herausdrehen entgegen zu wirken. Und weil ich es manchmal besonders gut machen will, habe ich statt dessen einen Tönnchenwirbel genommen. Ich versichere Euch, die Idee ist nicht wirklich schlecht, nur wenn es den Tönnchenwirbel auseinander reißt, dann rüstest Du am nächsten Tag alles auf Sprengring um. Einfach ist vielleicht doch besser. Ansonsten bleibt noch anzumerken, daß die Meerforelle 54 cm und 1900 g hatte. Al.


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